DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Doel


Doel




KATALOGTEXT
24 Cafés und drei Bäckereien, eine Fähre, eine Metzgerei und ein Supermarkt. Das war Doel in seinen glorreichen Zeiten. Heute eilt der Stadt ein Ruf als Abenteuerpark für Erwachsene voraus. Illegale Autorennen und Techno-Raves füllen die Straßen bei Nacht, und bei Tag diskutieren Touristen in Kleinbussen, ob Graffitis schon Kunst sind oder nur Zeichen des (Sitten-)Verfalls. Anstatt jedoch die verlassenen Häuser vor der Kulisse des expandierenden Hafens von Antwerpen zu filmen, widmet sich Frederik Sølberg in seinem Porträt von Doel den Menschen, die in ihrer Heimatstadt zum Leben geblieben sind. Manche aus Trotz gegen den Zwang der Verhältnisse, andere, weil sie hier die Chance sehen, sich neue Freiräume zu erschließen.

Mit liebevollen Beobachtungen der Bewohner stellt Sølberg die Frage nach dem Recht auf Heimat. Wo ist der Platz der Menschen, wenn die Globalisierung hungrig deren angestammte Räume frisst? Die Gemeinschaft aus Jung und Alt wehrt sich gegen den Verfall der Häuser mit Galgenhumor und einem Bewusstsein für ihre kuriose Lage. Sie sind noch nicht bereit, ihre Heimat aufzugeben. Dabei gelingt es Sølberg, die Berührungspunkte von Bewohnern, Abenteuertouristen und Tuning-Szene einzufangen, die sich diesen Ort teilen, ohne sich wirklich zu begegnen.

Marie-Thérèse Antony
Credits
Originaltitel: Doel
Land: Dänemark, Belgien
Jahr: 2018
Sprache: niederländisch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 67 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Frederik Sølberg
Produktion: Mathilde Hvid Lippmann, Frederik Sølberg
Kamera: Jonathan Wannyn
Schnitt: Mads Hedegaard
Musik: Anders Rhedin, Anders Bertram Mannov, Lavvi Ebbel
Ton: Andreas Sandborg, Neal Willaert
Buch: Frederik Sølberg
KONTAKT


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2018 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.