DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Sentenced to Death


Sentenced to Death


KATALOGTEXT
Ein Gruppenporträt böser Frauen im Iran. Eine von ihnen, Marjan, handelte seit ihrer Kindheit mit Drogen. Sie saß im Gefängnis wegen Bandenkriminalität in Verbindung mit bewaffnetem Raub und Entführung. Zusammen mit anderen Insassinnen, zum Teil wegen Mordes verurteilt, gründete sie eine Theatergruppe, die auch außerhalb des Gefängnisses spielen durfte. Die Arbeit schweißte die Frauen zusammen, veränderte auch ihre Anschauungen und Prioritäten, aber krempelte sie nicht zu neuen Menschen um. Ebenso wenig bewirkte sie einen Aufschub von Urteilsvollstreckungen – unter Umständen die Todesstrafe. Während der Proben erfährt eine Mitspielerin, Safieh, dass anderntags die Hinrichtung auf sie wartet.

Regisseur Ahmad Jalili Jahromi begegnet seinen Protagonistinnen auf Augenhöhe, macht sich weder zum Anwalt noch zum Richter der Frauen und schon gar nicht zu ihrem Bewährungshelfer. Erstaunlich, wie es dem Filmemacher gelingt, seine Erzählung um die Klischees von tragischem Opfer oder charismatischer Gangsterbraut herumzumanövrieren. Ebenso erstaunlich, wie wenig in diesem Film um reflexhafte Zuneigung oder Mitleid gebuhlt wird. Nichts gegen Zuneigung und Mitleid, aber vor allem im Kino sind es halt nur Reflexe und als solche relativ leicht zu bedienen. „Sentenced to Death“ nimmt den schwereren Weg.

Ralph Eue

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Credits
Originaltitel: Mahkum Be E’daam
Land: Iran
Jahr: 2018
Sprache: persisch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 48 min.
Format: HD Videofile (ProRes 422 HQ 1080p)
Farbe: Colour
Regie: Ahmad Jalili Jahromi
Produktion: Didar Shomali, Ahmad Jalili Jahromi
Kamera: Sajjad Avarand, Ali Baghaei
Schnitt: Ahmad Jalili Jahromi
Musik: Abbas Sarafraz
Ton: Ensiyeh Maleki
Buch: Ahmad Jalili Jahromi
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