DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Curiosity and Control






KATALOGTEXT
Dioramen waren im 19. Jahrhundert eine Art Vorläufer des Kinos. Ausgestopfte Tiere aus fernen Ländern sollten in möglichst naturgetreuer Umgebung inszeniert werden. Der US-amerikanische Forscher und Bildhauer Carl Akeley gilt als Vater der Taxidermie. Anfang des 20. Jahrhunderts schuf er stilbildende Dioramen im Naturkundemuseum in New York. In den 1920er Jahren filmte er als Erster wilde Berggorillas und wurde vom Jäger zum engagierten Tierschützer. In seiner Biografie spiegelt sich nicht nur der gesellschaftliche Wandel im Umgang mit Tieren, sondern auch der technische Fortschritt.

Ausgehend vom Porträt des Pioniers Akeley geht „Curiosity and Control“ auf die Entwicklung von Tier-Präsentationsformen in naturhistorischen Museen und zoologischen Gärten ein und lotet kritisch verschiedene Sichtweisen aus. Was ist des Menschen Beziehung zur Fauna? Neugierde und Kontrolle prägen sie: Erstere hat seit den frühen Expeditionsreisen Forscher dazu getrieben, Tiere zu sammeln, zu besitzen, zu systematisieren – und vor dem Verschwinden zu bewahren. Besitz stellt jedoch auch Dominanz her. Dürfen andere Spezies gefangen gehalten werden? Egal wie „natürlich“ und tiergerecht die Zoo-Architektur gebaut ist: „Man erblickt etwas, das wie ein Elefant aussieht. Aber es benimmt sich nicht wie ein wilder Elefant“, sagt ein Zoodirektor. Ein weiteres Dilemma.

Annina Wettstein

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Credits
Originaltitel: Curiosity and Control Land: Schweden Jahr: 2018 Sprache: englisch Untertitel: englische Laufzeit: 58 min. Format: DCP Farbe: Colour and B&W Regie: Albin Biblom Produktion: Adam Marko-Nord, Sara Waldestam Kamera: Albin Biblom Schnitt: Bernhard Winkler Musik: Goran Kajfes, David Österberg Ton: David Österberg Buch: Albin Biblom
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