DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Die Sinfonie der Ungewissheit


Die Sinfonie der Ungewissheit


KATALOGTEXT
Weit ausgreifend wird hier befragt, wovon im Normalfall als unzweifelhafte Voraussetzung des Lebens (im Allgemeinen) und des Filmemachens (im Besonderen) ausgegangen wird: eine objektive, im besten Fall noch interpretierbare Realität.

Ausgehend von Gerhard Mack, emeritierter Professor für theoretische Elementarteilchenphysik am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, unternehmen Claudia Lehmann und Konrad Hempel eine ebenso aufs Universale zielende wie in den molekularen (und noch kleineren) Bereich abtauchende filmische Expedition und fragen nach dem Sinn jeglichen Lebens in unserer komplexen Welt. Mack ist anerkannter Großmeister seiner Disziplin, als solcher aber alles andere als ein Fachidiot. In unfassbar persönlichen Gesprächen mit der Hypnosetherapeutin Rosemarie Dypka und dem Filmemacher Hark Bohm, die in der zweigeteilten Rolle des gesunden Menschenverstands auftreten, agiert der Physiker als begnadeter Übersetzer seiner Theorien. Und dann natürlich noch, last but not least, der von Konrad Hempel komponierte Score, den man hier nur verkürzt als Industrial Music bezeichnen kann. Er ist die zweite, lebhaft pulsierende Herzkammer dieses dokumentarischen Essays. Aus den Soundscapes des DESY, also aus auditiver Feldforschung entwickelt, betritt die Musik zunehmend als gleichwertiger Mitspieler die Bühne und strukturiert den Film als sinfonisches Werk.

Ralph Eue


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness



Credits
Originaltitel: Die Sinfonie der Ungewissheit
Land: Deutschland
Jahr: 2018
Sprache: deutsch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 95 min.
Format: DCP
Farbe: B&W
Regie: Claudia Lehmann
Produktion: Andrea Schütte, Dirk Decker (Tamtam Film), Claudia Lehmann, Konrad Hempel (Institut für experimentelle Angelegenheiten IXA)
Kamera: Eike Zuleeg
Schnitt: Marianne von Deutsch, Claudia Lehmann
Musik: Konrad Hempel
Ton: Corinna Zink
Buch: Claudia Lehmann, Konrad Hempel
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