DOK LEIPZIG 30. OKTOBER – 5. NOVEMBER 2017
60. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 7


Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 7


KATALOGTEXT
Die Revolution frisst ihre Kinder. Autobiografisch motivierte Auseinandersetzungen mit dem Leben unter kommunistischem Vorzeichen in China und Kambodscha. Erzählungen vom Existieren unter extremen Bedingungen – wobei sich das Extrem erst im Rückblick, in der Erinnerung als solches offenbart. Die Filmerzähler dieses Programms verkörpern exakt dieses Phänomen, denn sie berichten ja eigentlich nur von ganz normalen, alltäglichen Dingen. Der Schrecken stellt sich gewissermaßen retrospektiv ein. Er funktioniert versetzt.

Antonio Gramsci, italienischer Kommunist, der die Zeit von 1928 bis zu seinem Tod 1937 im Gefängnis verbrachte und während seines gesamten aktiven Lebens nach einer Synthese zwischen Marxismus und klassischem Humanismus suchte, schrieb eine Reihe philosophischer Miniaturen, deren eine die Überschrift „Rechtfertigung der Autobiographie“ trägt: „Es ist sicher, daß die Autobiographie einen großen historischen Wert hat, da sie das Leben in seinem Vollzug zeigt und nicht, wie es geschriebenen Gesetzen beziehungsweise den so oder so herrschenden moralischen Prinzipien nach sein sollte.“

Ralph Eue

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Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2017 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.