DOK LEIPZIG 30. OKTOBER – 5. NOVEMBER 2017
60. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 2


Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 2


KATALOGTEXT
Zwei Zitate, die verdeutlichen, worum es in diesem „Kapitel“ gehen soll. Das erste ist von Christoph Menke, Philosoph: „Die Revolution besteht nicht in dem umwälzenden Akt, dem Moment der Anarchie, in dem die alte Ordnung ihren Kopf verliert. (…) Die Revolution besteht in der Veränderung des Lebens in dem, worin es am unfreiesten ist: im Leben als diszipliniertem Tun, als Arbeit. Die Revolution verändert es nicht, indem sie es abschafft; ohne Disziplinierung – Abrichtung, Übung, Prüfung – gibt es gar keine Fähigkeiten und daher auch kein Handeln. Die Revolution verändert das Üben selbst: Sie macht es zu einem Vollzug, der begeistert, weil er spielerisch ist. Oder lebendig (denn Begeisterung, Enthusiasmus, heißt Belebung, animation).“

Das zweite ist von Heiner Müller, Universalintellektueller: „Wer mit sich identisch ist, der kann sich einsargen lassen, der existiert nicht mehr, ist nicht mehr in Bewegung. Identisch ist ein Denkmal. Was man braucht, ist Zukunft und nicht die Ewigkeit des Augenblicks. Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen.“ Das gleiche Sujet, einmal sachlich, einmal dramatisch formuliert. Eine zweifarbige gedankliche Rahmung dieses zweiteiligen Programms.

Ralph Eue

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Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2017 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.