DOK LEIPZIG 30. OKTOBER – 5. NOVEMBER 2017
60. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 1


Kommandanten – Vorsitzende – Generalsekretäre 1


KATALOGTEXT
Revolutionen sind oft Heldengeschichten, gespeist aus dem „Traum von einer Sache“ (Pier Paolo Pasolini). Ihre große Zeit liegt vor den Prüfungen der Wirklichkeit. In der Biografie eines guten Revolutionärs finden sich die wichtigsten Antworten auf Lenins berühmte Frage, was zu tun sei – aufgeschlagen wie in einem Buch, lange bevor überhaupt jemand diese Frage gestellt hat. Von einem veritablen Musterbeispiel dieser Spezies berichtet Brechts Song „Lob des Revolutionärs“: „Wenn die Unterdrückung zunimmt, werden viele entmutigt. Aber sein Mut wächst. Er organisiert seinen Kampf um den Lohngroschen, um das Teewasser und um die Macht im Staat.“ So gesehen ist ein Revolutionär immer singulär. Er bewegt sich aber auch wie der Fisch im Wasser, hat also universale Züge. Als Revolutionär wird er nur gelten, wenn er beides zugleich ist.

Solch menschlich-übermenschliche Helden- und Massengeschichten werden in den Filmen dieses Programms erzählt: Die Verwicklung von persönlicher Biografie und politischem Werk und wie das eine vom jeweils anderen durchdrungen ist. Filmische Diskurse, die von einem leidenschaftlichen Ja zu ihrem Gegenstand geprägt sind. Überwiegend ironiefrei, aber nicht immer.

Ralph Eue

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Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2017 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.