DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Montags in Dresden






KATALOGTEXT
94 Konserven, 60 Packungen Dosenwurst, Klopapier-Reserven bis unter die Decke und mehrere Plastikboxen mit Instantkaffee. Sabine Ban, eine junge, alleinerziehende Mutter, hat vorgesorgt – für den Fall einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Russland oder, und das scheint ihr das wahrscheinlichere Szenario zu sein, eines Bürgerkrieges im eigenen Land. Seit Oktober 2014 finden in Dresden wöchentlich Demonstrationen statt. Unter dem Bekenntnisbegriff „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz: Pegida, haben sich zahlreiche Menschen formiert, um ihren Protest gegen die Bundesregierung auf die Straßen zu tragen. Sabine Ban ist eine von denen, die regelmäßig zu den Kundgebungen kommen.

„Wer geht hier und aus welchen Gründen auf die Straße? Und um was geht es ihnen wirklich?“, fragt die Regisseurin Sabine Michel zu Beginn ihres Films. Um das herauszufinden, hat sie drei überzeugte Pegida-Anhänger der ersten Stunde begleitet, darunter auch das ehemalige Mitglied im Organisationsteam René Jahn. Mit offenem Interesse an Alltag und Denkweisen ihrer Protagonisten rückt ihr Film ganz dicht an jene Phänomene heran, die oft nur noch in dauerschwirrenden Begriffen stillgestellt scheinen: Wutbürger, Lügenpresse, die Abgehängten, die Eliten.

Lukas Stern


Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, Filmpreis "Leipziger Ring"

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Credits
Originaltitel: Montags in Dresden Land: Deutschland Jahr: 2017 Sprache: deutsch Untertitel: englische Laufzeit: 83 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Sabine Michel Produktion: Susann Schimk Kamera: Martin Langner Schnitt: Vinzent Kutsche Ton: Johannes Schneeweiß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2019 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber stattfinden. Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Rechteinhaber.