DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Die neuen Kinder von Golzow




KATALOGTEXT
In Golzow, einem kleinen Ort im brandenburgischen Oderbruch, gibt es ein Filmmuseum. Denn hier entstand unter dem Titel „Die Kinder von Golzow“ zwischen 1961 und 2007 eines der umfangreichsten Langzeitprojekte der Filmgeschichte – eine Chronik der Bewohner, von ihrer Einschulung bis weit nach der Wende. Fast wäre die Schule mittlerweile geschlossen worden. Denn auch in Golzow ist zu spüren, was die Region im Allgemeinen betrifft: Die Menschen ziehen in die Städte, Geschäfte schließen, die Gesellschaft altert und wächst auseinander.

Aber es kommen neue Kinder nach Golzow – die Kinder syrischer Flüchtlingsfamilien. Völlig unaufgeregt und mit einem scharfen Blick für die Schönheit des Situativen leuchtet Simone Catharina Gauls Film den Integrationsalltag auf dem Land aus. Die Neuankömmlinge lernen Deutsch und Angeln, gehen zu Übungen der freiwilligen Feuerwehr und singen deutsche Kinderlieder. „Das schönste Bild: eine Schule mit Kindern“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde einmal und deutet auf den Pausenhof hinter ihm. Tatsächlich, es ist das schönste Bild! Denn in ihm kommt „Die neuen Kinder von Golzow“ auch wieder dort an, wo „Die Kinder von Golzow“ 1961 begann.

Lukas Stern


Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

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Credits
Originaltitel: Die neuen Kinder von Golzow Land: Deutschland Jahr: 2017 Sprache: arabisch, deutsch Untertitel: englische Laufzeit: 90 min. Format: DCP Farbe: Colour and B&W Regie: Simone Catharina Gaul Produktion: Arek Gielnik, Dietmar Ratsch Kamera: Niclas Reed Middleton Schnitt: Jan Bihl Musik: Hannah von Hübbenet Ton: Dominik Leube, Oscar Stiebitz Buch: Simone Catharina Gaul

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