DOK LEIPZIG 30. OKTOBER – 5. NOVEMBER 2017
60. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Eingeimpft


Eingeimpft


KATALOGTEXT
David Sieveking wird in seinen Filmen gern persönlich. Egal, ob es um die Alzheimerkrankheit seiner Mutter oder die eigene Suche nach Transzendenz geht. In seinem neuen Film fokussiert er ein Thema, das die Gemüter in Deutschland erhitzt: das Impfen. Wer schon mal in einer Arztpraxis oder bei einem Elternabend erlebt hat, welche Gräben sich bei diesem Schlagwort plötzlich auftun können, weiß, wovon die Rede ist. Allen anderen sei „Eingeimpft“ empfohlen, denn tatsächlich gelingt es dem Regisseur, die eigene Verunsicherung zum Ausgangspunkt eines spannenden Films zu machen.

Der Grundkonflikt klingt fast ein bisschen zu simpel: Der Vater will impfen, denn das empfiehlt ja der Arzt. Die Mutter will nicht, weil ihr Bauchgefühl dagegenspricht. Diese Pattsituation nimmt Sieveking zum Anlass, den Dissens auch in seinen überpersönlichen Dimensionen genauer zu untersuchen. Weit davon entfernt, eine objektive Wahrheit anzustreben, bleibt er immer der filmende Vater, der bei der WHO, der Pharmaindustrie und impfkritischen Ärzten auf unnachahmlich naive Weise nachfragt und schließlich zu einem Fazit kommt, das die ideologisch schwer umkämpfte Debatte ziemlich gut zusammenfasst. Ohne Angst vor Klischees wendet Sieveking sein großes und durchaus politisches Thema so lange hin und her, bis es ihm gelingt, seine ganz eigene, private Entscheidung zu fällen.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, Gedanken-Aufschluss, DEFA-Förderpreis

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Credits
Originaltitel: Eingeimpft
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Sprache: deutsch, englisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 95 min.
Format: DCP
Farbe: Colour and B&W
Regie: David Sieveking
Produktion: Martin Heisler, Carl-Ludwig Rettinger
Kamera: Adrian Stähli, Kaspar Köpke
Schnitt: Catrin Vogt, Mirja Gerle
Animation: Micki Fröhlich
Ton: Björn Wiese
Musik: Jessica de Rooij
Buch: David Sieveking
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