DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Wildes Herz




KATALOGTEXT
„Wildes Herz“ ist ein Film über „Feine Sahne Fischfilet“, eine der erfolgreichsten deutschen Punkbands, und den Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow. Eine noch junge Combo, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und sich daher als gefährlichste Band Mecklenburg-Vorpommerns bezeichnen darf. Ein Film, der zeigt, wie sich Musiker gegen Nazis und Gefühle der Leere und Frustration zur Wehr setzen. In einer Gegend, in der das schöne platte Land Heimat bedeutet. Mit einer Musik, die ganz anders ist als diese Heimat, nämlich laut, lust- und kraftvoll.

Wenn hier die Biografie von Jan „Monchi“ Gorkow mit Kindheitsvideos und Eltern-Interviews vertieft wird, so begreifen wir diesen Lebenslauf irgendwann als Gleichnis, Verarbeitung und Antwort auf das, was nach der politischen Wende in eben diesem Mecklenburg-Vorpommern passierte. Als in Rostock-Lichtenhagen ein Asylbewerberheim brannte, die Bevölkerung klatschte und die Polizei wegsah. In dieser Zeit ist Monchi aufgewachsen. Sein Weg – oder seine Wut – führte über die Ultra-Szene des F.C. Hansa Rostock bis hin zu dem Moment, als seine Punkband Ende der Nullerjahre merkte, dass sich Nazis auf ihren Konzerten wohlfühlten. Jetzt hieß es, eine Haltung einzunehmen. In den 1990er Jahren habe die linke Bewegung versagt, sagt Gorkow, und das dürfe nie wieder passieren. Ein wichtiger, ganz normaler, poetisch-roher Film – eben wie die Band.

Leopold Grün



Ausgezeichnet mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, Gedanken-Aufschluss-Preis und dem DEFA-Förderpreis


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Credits
Originaltitel: Wildes Herz Land: Deutschland Jahr: 2017 Sprache: deutsch Untertitel: englische Laufzeit: 90 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Charly Hübner, Sebastian Schultz Produktion: Sebastian Schultz, Lars Jessen Kamera: Martin Farkas, Roman Schauerte Schnitt: Sebastian Schultz Musik: Jörg Gollasch Ton: Moritz Springer Buch: Charly Hübner, Sebastian Schultz

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