DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Namrud (Troublemaker)






KATALOGTEXT
Jowan Safadis 15-jähriger Sohn Don ist aus den USA nach Israel gekommen. Ziemlich unvermittelt führt Fernando Romero Forsthuber diese Begegnung ein, wenn Don eines morgens einfach im Bett liegt und sich darüber beschwert, mit seinem Vater zum Strand gehen zu müssen: Kein Mensch möge schließlich den Strand! Der freundschaftlich-aggressive Schlagabtausch zwischen Vater und Sohn bestimmt diesen Film, obschon beide auch gern in andere Richtungen schlagen: Jowan ist Musiker und besingt in seinen Stücken Lebensgefühl und -leid eines in Israel lebenden Palästinensers – Provokation, die er sucht und findet. Don hat gerade mit dem Boxtraining begonnen.

Fernando Romero Forsthuber zeigt zwei Männer zwischen Anpassungsdruck und Aufbegehren. „Ich fühle nicht wirklich, was ich nicht selbst gewählt habe“, erklärt Jowan gleich zu Anfang. „Egal ob es heißt, Palästinenser zu sein, Araber oder irgendetwas anderes.“ Jowan und Don verspüren das Bedürfnis nach Selbstermächtigung, jeder auf seine Weise. Beiden gemein ist jedoch das kritische wie lässige Hinterfragen all jener, die sich ihrem Verständnis nach allzu leicht unterwerfen beziehungsweise andere dazu zwingen, den Kniefall zu tun.

Carolin Weidner

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Credits
Originaltitel: Namrud (Troublemaker) Land: Österreich Jahr: 2017 Sprache: arabisch, englisch, hebräisch Untertitel: englische Laufzeit: 94 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Fernando Romero Forsthuber Produktion: Jürgen Karasek Kamera: Jakob Fuhr, Martin Putz, Falko Lachmund, Rabia Salfiti Schnitt: Wolfgang Auer Musik: Jowan Safadi Ton: Feras Shehadeh Buch: Ari Yehudit Richter, Jürgen Karasek

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