DOK LEIPZIG 30. OKTOBER – 5. NOVEMBER 2017
60. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Touching Concrete


Touching Concrete


KATALOGTEXT
Eine bereichernde Begegnung! Ob zufällig oder herbeigeführt – das ist im weiteren Verlauf des Miteinanders zwischen Filmemacher und Gefilmten unerheblich. Denn tatsächlich überlagert dieses „Feeling of Being There“, das Richard Leacock als Essenz des Dokumentarischen bezeichnete, alle Zweifel und Einwände. Beeindruckt von der Stilsicherheit, mit der sich Ilja Stahl die „richtige“ Vertrautheit mit seinen jugendlichen Protagonisten in einer überbevölkerten Neighbourhood in Johannesburg erarbeitet hat, fühlt man sich zugleich glücklich, als Zuschauer einen Sommer lang mit dem 16-jährigen Tebogo und dem 15-jährigen Karabo durch ihr Revier treiben zu dürfen. Ihr Revier, das sind Tiefgaragen, Hochhausdächer, nächtliche Straßen. Zwischen Langeweile und überschüssiger Energie lassen sie die Zeit verstreichen.

Allgegenwärtig sind allerdings auch die Konflikte mit ihren alleinerziehenden Müttern, die Gewalt und der Tod auf der Straße. Was Karabo zunehmend bedrängt, ist für Tebogo fortwährendes Spielmaterial. Er lebt das Prinzip „Trotzdem“, wenn er auf der Brüstung eines Hochhausdaches balanciert oder mit Freunden die fahrenden Autos antanzt und sich mit einem Lächeln provozierend über alles hinwegsetzt. Berührend, wie die Zukunft in die Gegenwart dieser Kids hineinragt. Aber sie wollen sich nicht von ihr bestimmen lassen. Zumindest noch nicht.

Ralph Eue


Nominiert für ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, DEFA-Förderpreis

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Credits
Originaltitel: Touching Concrete
Land: Südafrika, Deutschland
Jahr: 2017
Sprache: englisch, zulu
Untertitel: deutsche
Laufzeit: 58 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Ilja Stahl
Produktion: Jonas Weydemann (Weydemann Bros), Ute Dilger (Kunsthochschule für Medien Köln)
Kamera: Niclas Reed Middleton
Schnitt: Florian Riegel
Ton: Ilja Stahl
Buch: Ilja Stahl
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