DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow






KATALOGTEXT
Anne Clark entzieht sich Kategorien und Klischees. Sie selbst sieht sich als Lyrikerin und Spoken-Word-Künstlerin. Weltweit wird sie als Pionierin der elektronischen Musik und des New Wave gefeiert und gilt vielen sogar als Wegbereiterin des Techno. Sozialisiert mit der Do-it-yourself-Punk-Ethik der späten 1970er Jahre, wurde sie schon früh selbst aktiv, auch wenn es nicht immer leicht war, sich in der von Männern dominierten Musikszene zu behaupten. Bereits die ersten Single-Auskopplungen „Sleeper in Metropolis“ und „Our Darkness“ gerieten zu Klassikern und beeinflussten Generationen von Musikern.

Ungeachtet ihres Kultstatus ist Clark eine nahbare und sympathische Person geblieben, die hier einen tiefen Einblick in ihre Arbeitsweise gibt und sich mit großer Klarheit auch zu gesellschaftspolitischen Themen äußert. Der Film verwebt die Gespräche mit Archivaufnahmen und Konzertmitschnitten und stellt mit grafischen Mitteln immer wieder die Sprache selbst in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. So entfaltet er nach und nach die Besonderheiten von Clarks Werk, das musikalisch wie literarisch absolut eigenständig ist, ohne sich jemals im L’art pour l’art zu verlieren. Dieses Porträt lädt dazu ein, Anne Clark als herausragende Künstlerin (neu) zu entdecken. Nicht zuletzt ist es ein schönes Plädoyer dafür, sich weder persönlich noch künstlerisch verbiegen zu lassen.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

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Credits
Originaltitel: Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow Land: Deutschland Jahr: 2017 Sprache: englisch Untertitel: deutsche Laufzeit: 81 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Claus Withopf Produktion: Gerd Haag (TAG/TRAUM Filmproduktion), Mike Beilfuss (Kinescope Film), Torsten Frehse (Neue Visionen Filmproduktion), Claus Withopf (Claus Withopf Filmproduktion) Kamera: Nina Werth, Daniel Meinl, Claus Withopf Schnitt: Christopher Tworuschka, Claus Withopf Ton: Michel Klöfkorn, Johannes Grehl, Hagen Röhrig Buch: Claus Withopf

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